Gynäkologie



Ohrakupunktur - Behandlungsstrategien bei Störungen des Urogenitalsystems und bei gynäkologischen Beschwerden

Michael Noack (Berlin)

Krankheiten sind prozesshafte Geschehen im Menschen. Soweit sind wir uns sicher einig. Die „Krankheitsbezeichnungen“ der Schulmedizin beziehen sich in der Regel nur auf die Symptome, auf die Zeichen, die der erkrankte Mensch produziert. Die differentialdiagnostischen Betrachtungen dieser Symptome führen natürlich zu ständig neuen, differenzierteren Einblicken in das jeweilige Geschehen und der große Respekt vor diesen Abläufen im Mikrobereich führt offenbar zu dem Irrtum, auf diese Weise die zu behandelnde Krankheit erkannt zu haben. Je geringer der Abstand zum Geschehen um so Furcht einflößender ist das, was zu sehen ist.  Und doch, was für eine Tragik, sie haben nur das Symptom betrachtet und nicht die Krankheit. Und so behandeln sie auch das Symptom und nicht den ganzen Menschen.

 „Alles, was der Arzt wirklich Krankhaftes und zu Heilendes an Krankheiten finden kann, besteht bloß in den Beschwerden des Kranken und in den an ihm bemerkbaren Veränderungen seines Befindens, mit einem Wort, nur in der Gesamtheit der Symptome“, sagt Hahnemann.

Das Problem besteht jetzt m. Erachtens in der Erfassung der wichtigen, an einem komplexen Krankheitsgeschehen beteiligten Faktoren (Symptome). Selbst so profunde naturheilkundliche Therapien wie die Chinesische Akupunktur oder die Homöopathie haben hier unterschiedliche Denkansätze (Unterschied: Agens und Causa). Eines aber ist ihnen gemeinsam, nämlich: im Unterschied zu den überdifferenzierten Diagnoseverfahren der Schulmedizin ist die Diagnostik der Naturheilverfahren relativ einfach, - denn sie erfasst alle Zeichen, die von außen objektiv wahrnehmbar sind. 

Die Ohrakupunktur, das heißt, unsere besondere Strategie über das Ohr zu betrachten und zu therapieren, ist eine Möglichkeit die Zusammenhänge logisch zu betrachten und als Ganzes zu behandeln. Den Weg zu diesen Möglichkeiten weisen zwei Beobachtungen, die NOGIER zu seiner Zeit machte.

1. Beobachtung:

Der Körper bildet sich im Ohr mit einer gewissen Logik ab. Allerdings steht er hier quasi auf dem Kopf. (Abb.1.)

Abb. 1
Der Körper im Ohr

Abb. 2
Keimblattebenen

Das erfolgt zusätzlich in einer nachvollziehbaren Logik. Die Organe bilden sich entsprechend ihres entwicklungsgeschichtlichen Ursprungs auf Keimblattebene ab.
In der CONCHA werden alle inneren Organe, die sich aus dem entodermalen Keimblatt ableiten lassen, abgebildet.  Nach Chinesischer Auffassung wäre das die komplette Palette der Organe des Dreifacherwärmers.
Im Bereich der ANTHELIX mit den beiden Anthelixwurzeln, der FOSSA TRIANGULARIS und der SCAPHA bilden sich Bänder, Sehnen, Muskeln, Bindegewebe und Haut die mesodermalen Ursprungs sind, ab. Und auf der HELIX bildet sich das Nervensystem, das ektodermalen Ursprungs ist, ab (Abb.2.).

2. Beobachtung:

Chronisches  Krankheitsgeschehen stellt sich im Ohr geometrisch, d.h. in Form von linear geordneten Punkten als ein Segment oder wie LANGE sagt, als Arbeitsstrahl, dar.  Bereits in seinen ersten Veröffentlichungen wies NOGIER darauf hin, dass sich im Krankheitsfalle nicht nur mehrere Punkte des betroffenen Organs oder Organsystems, sondern auch die kausalen Zusammenhänge einer körperlichen Störung auf einer Energielinie im Ohr widerspiegeln.
Besonders behandlungswirksam, so fand er heraus,  zeigten sich solche   ”Behandlungslinien”,  wenn sie durch den 0-Punkt verliefen und ihr Endpunkt sich auf der Helixkrempe befand. Erstaunlicher Weise waren die Behandlung ergänzender Ohrrandpunkte, sog. „Korrespondenzpunkte“, auf der Helixkrempe oder in der Rinne davor gelegen, wiederum so gelagert, dass sie einen Winkel von 30 Grad (oder 60 bzw. 90 Grad) zur ursprünglichen Behandlungslinie bildeten. In der praktischen Arbeit mit diesen Behandlungslinien stellte es sich heraus, dass tatsächlich alle sich auf einer solchen Linie befindlichen Punkte, sofern sie virulent waren, zu einem Krankheitsgeschehen zuzuordnen waren.

Abb. 3 Das Segment

Welche gravierende Bedeutung die Erkenntnis über die geometrische Abbildung von Krankheiten im Ohr hatte, zeigt sich, wenn wir uns die Areale des Ohres und ihre sich hier abbildenden Organe und Organsysteme nochmals vor Augen führen. 
Wenn also die auf einer Behandlungslinie (vom 0-Punkt zum Ohrrand) gefundenen Punkte zusammen mit den Korrespondenzpunkten ein Krankheitsgeschehen widerspiegeln, dann werden bei deren Behandlung auch alle drei Keimblattebenen erreicht. Dies ist wohl letztlich die Ursache für die weitreichenden therapeutischen Möglichkeiten, die sich uns durch die Ohrakupunktur erschließen. Die Bedeutung liegt vor allem darin, dass sich hier ein ganzes Segment als Krankheitszusammenhang für die Diagnose und für die Behandlung erschließt.

Wie die Behandlung dann aussieht, d.h. welche Punkte beachtet werden müssen und welche nicht, entscheidet das, was sich aus der Feststellung der Behandlungslinie und der visuellen Wahrnehmung von Strukturen und Zeichen im Ohr ablesen lässt. Natürlich haben wir, bevor wir ins Ohr gehen, eine Anamnese gemacht. Aber die Umsetzung unserer Erkenntnisse in eine Behandlungsstrategie wird allein durch das im Ohr Vorgefundene bestimmt und ein ganz bestimmtes Untersuchungs- bzw. Behandlungskonzept  hilft uns bei der Entscheidung über Richtig oder Falsch, über Notwendig oder Nebensächlich:

  1. Wir suchen in beiden Ohren das gestörte Segment und bestimmen dann die jeweilige Behandlungslinie. Alle auf dieser Linie aktiven Punkte beschreiben den Krankheitszusammenhang in einer akuten Krankheitsebene  und werden anschließend genadelt.
    Hier besteht ein enger Erklärungszusammenhang zur Segmenttherapie nach HAED (HAEDsche Zonen). Danach werden Körpersegmente wie folgt beschrieben: Haut, Segmentgewebe und innere Organe, die vom gleichen Rückenmarksabschnitt nerval versorgt werden, bilden eine funktionelle Einheit, bei der jeder Teil den anderen reflektorisch mit beeinflusst.
  2. Wir stabilisieren den Kreislauf (Polster).
  3. Wir suchen einen Korrespondenzpunkt (Ohrrand am Ende der Korrespondenzlinie) und entscheiden, ob wir ihn in die Behandlung einbeziehen.
  4. Wir beziehen je nach Krankheitszusammenhang zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte in die Behandlung ein. Hierbei helfen uns auch sichtbare Zeichen, wie venöse oder arterielle Zeichnungen, Erhabenheiten, Rötungen, Einziehungen, Pickel usf.

Das Finden der  Behandlungslinie ist der wohl wichtigste Akt.
Man nimmt das Ohr zwischen Zeigefinger (hinter dem Ohr!) und Daumen (auf der Anthelix!) und palpiert mit leichtem, möglichst gleichbleibendem Druck die Anthelix und die Crus anthelixis inferior bis sie im Schnittpunkt mit der Helix unterhalb der Helixkrempe endet. Man palpiert damit die Wirbelsäule, denn diese bildet sich auf der Anthelix ab.
Der Patient empfindet den Druck auf der Anthelix dort als Schmerz oder unangenehme Empfindung, wo eine Blockade ist. Jede unangenehme Druckstelle signalisiert eine Störung im Bereich der der Wirbelsäule. Das schmerzhafteste oder unangenehmste Druckempfinden weist auf den Bereich der Wirbelsäule, der am stärksten blockiert oder gestört ist.

Dieses „Segment“ wird auf die vegetative Rinne projiziert und in diesem Bereich wird nunmehr der gestörteste Punkt gesucht. Das ist nicht einfach, denn auf der vegetativen Rinne bilden sich die Kerne des veg. Nervensystems ab. Und das bedeutet, hier zeigen sich viele Punkte.
Wieder gilt, der für den Patienten schmerzhafteste Punkt ist der bedeutsamste Punkt.
Von diesem Punkt aus denkt man sich eine fiktive Linie durch den 0-Punkt des Ohrs und sucht auf dieser Geraden einen gestörten Punkt auf der Anthelix, dem gestörten Wirbelsäulensegment. Wenn sich auf dieser Geraden ein Punkt auf der WS abbildet ist die Behandlungslinie gefunden. Sie stellt sich als eine Linie dar, die vom 0-Punkt bis zur Helixkrempe über dem Ohr liegt. Alle gestörten Punkte auf dieser Linie stellen den akuten Krankheitszuammenhang im Sinne von Haed dar.

Für die Diagnose eines Falles gilt aber auch, dass die auf beiden Ohren sich widergespiegelnden Störfelder und Punkte in die Betrachtung einbezogen werden müssen! Sehr häufig befinden die Behandlungslinien beider Ohren in unterschiedlichen Segmenten.

Der Korrespondenzpunkt jedes Ohres gibt zusätzliche Zusammenhänge.

Organpunkte, Steuerungspunkte und Punkte, die psychosomatische Zusammenhänge widerspiegeln werden bei Bedarf ergänzend in die Behandlung einbezogen.

Die Abbildung von gynäkologischen Störungen im Ohr (Abb. 4)

Die wesentlichen Organ- und Steuerpunkte und deren Areale im Ohr, in denen sie sich im Falle einer gynäkologischen Erkrankung abbilden könnten, werden nachfolgend dargestellt. Die Aufzählung ist so vollständig wie möglich. Keinesfalls sind alle hier aufgeführten Punkte zu behandeln, sondern nur jene, die sich angesichts des konkreten Falles im Ohr abbilden.
Sofern solche Punkte nicht bereits im Rahmen des Behandlungskonzeptes aufgefunden und behandelt wurden, sind sie im Fall einer messbaren Abbildung zusätzlich zu behandeln.

(19) ACTH Punkt

Indikationen: Hypertonie, Aufregung
LANGE bezeichnet ihn als Anti-Hypertoniepunkt. In der Literatur findet sich auch die Bezeichnung valium-analoger Punkt.

(22) Zone des Endokrinum

Indikationen: Störungen der hormonellen Steuerung, gynäkologische Erkrankungen, Hauterkrankungen, Allergien, Asthma bronchiale, Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Gelenkentzündungen periphere Durchblutungsstörungen  usw.
Nach KRACK  liegt in dieser Zone ein endokriner Befehlspunkt, der Punkt Y (“Aktivierende hormonelle Energie” entsprechend  San Jiao)). Nach NOGIER entspricht sie den Punkten „Point thyriodien“, Point parathyriodien“ und „Hypophyse“.

Abb. 4
Wesentliche Ohrpunkte und Areale bei Störungen in den Bereichen Sexualität, Schwangerschaft, Geburt und Klimax

(23) Ovar

Indikationen: weibliche Sexualfunktionsstörungen, Gelenkerkrankungen, Hauterkrankungen, Migräne, klimakterische Beschwerden und, und , und
Der Punkt ist ergänzend bei Gelenkerkrankungen, Hauterkrankungen, Migräne, klimakterische Beschweren usw. zu behandeln. Bei Menorrhagie und verspäteter Menses wird dieser Punkt mit einer Goldnadel und bei Metorrhagien und zu früh einsetzender Regel mit einer Silbernadel innerviert.
Der Zusammenhang  solcher Beschwerden mit Störungen im endokrinen Bereich  muss Beachtung finden. Man sollte bei solchen Störungen den Punkt 22 (Endokrinum) in die Behandlung einbeziehen.
LANGE regt an, ihn im Zusammenhang mit Sexualneurosen und zyklusabhängigen Beschwerden der Frau zu verwenden. Nach NOGIER ist dieser Punkt der MEISTERPUNKT DER GENITALIEN (29) und hat Wirkung auch auf die äußeren Genitalien.

(26 A) Thalamus

Indikationen:  Allgemeiner Analgesiepunkt (hat auch Bedeutung bei Phantomschmerzen), wirkt bei Gelenkrheuma (Gold), Blutdruck senkend (Gold), Blutdruck steigernd (Silber), Lähmungen, nervöser “Tick” usw.
Der Punkt soll nicht bei Schwangerschaft gestochen werden.

(55) Shen men

Indikationen: Tachycardie,  Arrhythmie, Unruhe, Aufregung, Schlaflosigkeit, Hysterie; - die Behandlung dieses Punkts hat auch schmerzhemmende Wirkung.
Hinweis: Der Punkt Shen men oder “Tor der Götter” entspricht in seiner Wirkung dem Punkt Herz 7 der Klassischen Chinesischen Akupunktur.  Er wirkt er sedierend auf alle YANG-Zustände!

(56) Cavum pelvis

Indikationen: schmerzhafte Zustände und Entzündungen in der Beckenregion.

(58) Uterus

Indikationen:  Gynäkologische Beschwerden, Migräne, Impotenz
Hinweis: Anregung der Wehentätigkeit zusammen mit dem Shen men (55)

(59) Blutdrucksenkender Punkt

Indikationen: Hypertonie
Hinweis: Der Punkt ist sehr wirksam, wenn man ihn zusammen mit den Punkten 19, Ohrspitze (78) und Thalamus (26A) behandelt. Siehe auch: Bluthochdruckpunkt (19.  Der wird auch als  “Anti-Hypertoniepunkt” geführt. In der franz. Schule wird ein Punkt an dieser Stelle als “ACTH-Punkt” bezeichnet.

(79) Äußere Genitalien

Indikationen: Orchitis, Ejakulatio praecox, Impotenz, Harnretention, Zusatzpunkt bei Migräne
Hinweis: Diese Lokalisation entspricht der chinesischen Ohrtopographie nach Schrecke/Wertsch und ist identisch mit Punkt 641 nach KRACK.
Aus französischer Sicht (Bourdiol) bilden sich die äußeren Genitalien differenzierter ab. So finden sich “Vagina” und “Klitoris” bzw. “Penis” auf dem Areal der aufsteigenden Helix zwischen dem Nullpunkt und dem Kopfansatz sowie  parallel dazu an der Innenseite der aufsteigenden Helix in der Kurvatur zur Hemiconcha superius - “Hoden” bzw. “Ovar 1” und “Uterus 2”.
NOGIERs Gonadenpunkt (8) ist offenbar identisch mit dem Punkt “Hoden” bzw. “Ovar” nach BOURDIOL. Seine Lage ist die Innenseite (zur Hemiconcha superior gelegen) der ansteigenden Helix etwa nach einem Drittel des Abstandes zwischen dem Nullpunkt und dem Schnittpunkt von ansteigender Helix und der oberen Anthelixwurzel. (Siehe Abb. )
Während die Punkte “äußere Genitalien” bzw. “Vagina”, “Klitoris” bzw. “Penis” und der “Gonadenpunkt” Organpunkte sind, handelt es sich beim “Uteruspunkt” eher  um einen Steuerungspunkt. Aus Sicht der Praxis erreicht man  das Organ „Uterus“ in der Fossa triangularis unmittelbar in Höhe des Schnittpunktes der Unteren Anthelixwurzel mit der Helixkrempe.
Interessant ist auch die Ansicht BAHRs, der  Störungen dieses Bereichs über den  „Frustpunkt“ (siehe dort) behandelt.

(92) Blase

Indikationen: Entzündungen und Schwäche des Urogenitaltraktes, renale Ödeme, Reizblase, Zystitis, Inkontinenz

(93) Prostata

Indikationen: Prostatitis, urogenitale Störungen, Incontinentia, psychosomatische Störungen mit Auswirkungen auf die Potenz

(95) Nierenzone

a) alle funktionellen Erkrankungen des Urogenitalsystems und der Nebennieren
b) Weitere Indikationen: Gelenkerkrankungen, Schlafstörungen, Neurasthenie, Migräne, Menstrualstörungen, Ohrerkrankungen, Schwindel, Bluthochdruck, Erkältungen, Angst
 In diesem Zusammenhang sollte man auch die Punkte: 472 “Ödeme” und  643/644 “Toxinausschwemmung” nach KRACK beachten. Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe des Nierenpunktes, werden aber nicht gesondert dargestellt.
NOGIER hat gegenüber der oben beschriebenen Nierenprojektion die Lokalisation der Niere im Inneren des Helixrandes, im Bereich der aufsteigenden Helix zwischen den Anthelixwurzeln gefunden. Neben seinen praktischen Erfahrungen mit dem Punkt an dieser Stelle dürfte auch die Erkenntnis, dass die Niere hinsichtlich ihrer embryonalen Entwicklung dem Mesoderm zuzurechnen ist, diese Feststellung stützen. Die Wirksamkeit der Zone 95  in der Concha bei Nierenerkrankungen ist jedoch durch die Praxis erprobt und bewiesen. Es ist einfach so! LANGE weist ja auch immer wieder darauf hin, dass sich die Symptome der Organerkrankungen in den Segmenten je nach ihrem kausalen Zusammenhängen an verschiedenen Stellen im Ohr darstellen.
Die von NOGIER angegebene Zone (14) erklärt sich als eine Organzone, als die Zone des Nierenparenchyms und die in der Concha befindliche Nierenzone (95) als eine funktionelle Nieren-, Nebennierenzone (LANGE). Die therapeutischen Einwirkungen an dieser Stelle (95) haben nach meinem Verständnis Auswirkungen auf den gesamten Funktionskreis der Nieren und Nebennieren.

(97) Leber

Indikationen: Hepatopathien, Meteorismus, hämatologische Erkrankungen, Leberstoffwechselstörungen
Die Punkte 96 und 97 gehören mit in diese Zone und werden mit dem Punkt Leber als funktionelles System betrachtet. Im linken Ohr ist die Leberzone wesentlich kleiner und wird nur bei funktionellen Störungen behandelt. Hier nehmen  Milz und Pankreas den größten Raum an dieser Stelle ein. Siehe auch: (76,77) Leber I und II
Lage: auf dem Helixrand, über und unter dem Tuberculum Darwini.
Indikationen: Lebererkrankungen und Folgen von Leberstoffwechselstörungen
Hinweis: Mindestens einer der Punkte liegt bei Leber- oder Gallengeschehen auf dem entsprechenden Behandlungsstrahl und wird in diesem Falle zwingend mitbehandelt.

Vegetative und psychotrope Punkte

(100) Herz

Indikationen: Rhythmusstörungen, Hyper- und Hypotonie psychosomatischen Ursprungs sowie Kollaps, Schock, Schlafstörungen, Angst, Depressionen usw.
LANGE schreibt dazu: (Zitat) “ Die Zone 100 entspricht etwa dem “Plexus cardiacus” von NOGIER. Sie ist dem so genannten “Wunderpunkt” gleichzusetzen. Sie ist in allen Fällen von vegetativen Herzstörungen mit Herzsensationen indiziert. NOGIER bezeichnet diese Zone auch als Zone der Ängstlichkeit. Die Zone 100 ist eine Empfehlung aus der Chinesischen Ohrakupunktur und hat wenig mit dem Herzmuskel im organischen Sinne (siehe 351 und 352 nach N. Krack) zu tun. Die  Zone gehört zu den psychisch wirksamen Arealen und entspricht in ihrer Wirksamkeit mehr dem Kreislauf-Sexus-Meridian der Chinesischen Akupunktur.”

(29) Polster

Indikationen: Schmerzzustände, Kopfschmerz, Hauterkrankungen, Asthma bronchiale, Neurasthenie, Hypotonie, Kollapsneigung, Schwindelzustände usw. Wirkt entzündungshemmend.
Der Punkt  gehört zu den Basispunkten der Ohrakupunktur.  Wir verwenden ihn vor allem prophylaktisch, um zu verhindern, dass der Patient Kreislaufprobleme bekommt und unter der Behandlung oder danach kollabiert.

(29 B) Point de Jerome

Indikationen::  Seelischer Ausgleich, Einschlafstörungen , Beruhigung
Hinweis: bei Durchschlafstörungen den auf der Ohrrückseite an gleicher Stelle liegende Punkt zusätzlich behandeln. Zur Sedierung mit Goldnadel behandeln.

(34) Graue Substanz

Indikationen::  Punkt wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend und bei nervlicher Belastung ausgleichend und kreislaufregulierend.
Hinweis: nach LANGE ist dieser Punkt wichtig bei chronischen Schmerzen, insbesondere für “alle Schmerzen, die sich im Schmerzzentrum festgefressen haben „.
(51) Vegetativum I
Indikationen: vegetativ bedingte Störungen des Magen-Darm-Traktes, der Lunge, des Kreislaufs usf.
Hinweis: Man behandelt mit diesem Punkt alle vegetativ verursachten oder beeinflussten Störungen des Organismus, wie z.B. Asthma, Herzrythmusstörungen, Blutdruckschwankungen, sog. Frauenkrankheiten, Magen- und Darm-Probleme usf. Er wirkt entkrampfend und sedierend.

Vegetativum II

Lage: Der Punkt ist nicht einfach auszumachen. Er liegt auf der Innenseite des Tragus, in unmittelbarer Nähe der  Incisura intertragica,- zwischen den Punkten Thalamus und  Parotis.
Indikationen: Krampfzustände, Angst, Depressionen, Schmerzen
Hinweis: Er wirkt ähnlich dem Punkt “ Vegetativum I”  bei vegetativen Belastungen entspannend. Hier kann man auf Angstzustände oder bei der Schmerzbekämpfung hilfreich einwirken. Der Patient kann besser “loslassen”. Man soll nicht beide Punkte gleichzeitig stechen. Je nach Krankheitszusammenhang und dem Schmerzempfinden des Patienten entscheidet man sich für den einen oder den anderen Punkt.

Omega- Punkte

Indikationen: Hier äußert sich die Persönlichkeit des Betroffenen und ihre Entfaltung im intellektuellen Bereich. Störungen, die hier sinnvoll behandelt werden, sind Folgen von Neid, Eifersucht oder latenten Ängsten, durchaus auch vergesellschaftet mit Aggressivität. Hinweise darauf ergeben sich auch aus der Lage. Der Punkt liegt unterhalb des Anti- Agressionspunktes und der “Zone der Angst „.
Hinweis: Insbesondere bei chronischen Erkrankungen und den damit verbundenen Befindlichkeitsveränderungen ist die Behandlung dieses Punktes in das Behandlungskonzept einzubeziehen. Der Patient wird geduldiger und trägt “sein Kreuz” während des Krankheitsverlaufes gelassener.

Omega-Hauptpunkt

Indikationen: vegetative Dystonie, Aggressionen, Unlust usf.
Hinweis: Im weiteren Sinne ist dieses ein Stoffwechselpunkt, über den das vegetativ gesteuerte Wohlbefinden beeinflusst werden kann. Der Betroffene ist aggressiv und ungeduldig, weil die Verdauung oder der Zuckerhaushalt gestört sind. Die Folgen sind Magenprobleme, Tagesmüdigkeiten, Abweichungen des Essverhaltens, Verhaltensstörungen (Alles ist stört, regt auf, macht aggressiv usw.).

Omega 1

Indikationen: Zorn, Neid, Aggressivität..
Hinweis: Hier äußern sich die Folgen unserer Auseinandersetzung  mit der Umwelt, mit Menschen, die uns begleiten und die Folgen nicht geregelter, unbefriedigender sozialer Bezüge. Konflikte zwischen unseren Vorstellungen und Wünschen und der täglichen Realität können nicht immer einfach kompensiert werden. Die körperlichen Belastungen, die durch diese Konflikte ausgelöst werden, führen auf die Dauer sowohl zu physiologischen als auch zu psychischen Krankheiten und Verhaltensveränderungen. Mit diesem Punkt wirkt man (natürlich in Kombination mit anderen Punkten) korrigierend ein. Er ist daher zusätzlich bei psychosomatisch bedingten, körperlichen Störungen, in ein Behandlungskonzept aufzunehmen.

Omega 2

Indikationen: vegetativ beeinflusste Störungen u.a. des Magen-Darm-Traktes, der Lunge und der Bronchien ( z.B. bei Asthma bronchiale), Kreislaufprobleme ( Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen, Tachykardien usw.), bei sogenannten “Frauenkrankheiten” (z.B. bei Dysmenorrhöe, Amenorrhöe) usw.
Hinweis: Bei Störungen ist der schmerzhafteste Punkt auf der inneren Kurvatur der Helix aufzusuchen und zu behandeln

Anti-Aggressionspunkt

Indikationen: Ärger, Aggression, Depression.
Wichtiger Punkt der Suchtakupunktur!

Zone der Angst

Indikationen: Angst, Furcht oder Kummer, Sorge.
Man behandelt in diesem Areal im rechten Ohr Angst oder Furcht und im linken Ohr Sorge oder Kummer und die Folgen. Man muss nach dem gestörten Punkt suchen, der sich dem Patienten als schmerzhaftester Punkt darstellt.
Der Bereich ist, hier befindet sich ja auch der Omega- Hauptpunkt, insgesamt eine “Persönlichkeitszone”. Man sollte hier nicht zu viel tun und nur behandeln, wenn sich die Probleme nach Ausschöpfung aller anderen Möglichkeiten, nicht beeinflussen lassen

Zone von Kummer und Freude

Indikationen: Die Behandlung erfolgt hier in allen Fällen, in denen Kummer, Freude oder Depression Folgen für den Betroffenen erzeugt haben, unabhängig wie sie sich äußern. Während im rechten Ohr eher auf Folgen von Freude reagiert wird, sind im linken Ohr die Folgen von Kummer zu behandeln.

 

Behandlungsbeispiele bestimmter gynäkologischer Störungen im Ohr

Wie bereits ausgeführt: jedes Krankheitsgeschehen stellt sich im Ohr geometrisch, d.h. in Form von linear geordneten Punkten als ein Segment, als Arbeitsstrahl, dar.  Bereits in seinen ersten Veröffentlichungen wies NOGIER darauf hin, dass sich im Krankheitsfalle nicht nur mehrere Punkte des betroffenen Organs oder Organsystems, sondern auch die kausalen Zusammenhänge einer körperlichen Störung auf einer Energielinie im Ohr widerspiegeln. Über die Strategie der Behandlung über das Ohr habe ich oben bereits ausgeführt. Der Behandlungsablauf ist wie beschrieben immer gleich. Das Vorgefundene personotrop unterschiedlich.
Die nachfolgend aufgeführten  Behandlungsbeispiele beschreiben folglich zwar das vorgefundene Bild jeweils realer Fälle, sind aber keine Rezeptur für zukünftige Behandlungen. Sie zeigen den Behandlungsweg in der akuten Situation bei der behandelten Person.  Die absolut gleiche Krankheitssituation finden Sie nicht mehr vor. Die nächste Patientin ist ein neuer Fall. Immer gehen Sie nach dem, was sich Ihnen tatsächlich im Ohr darbietet.

1. Fall
Frigidität

Die Patientin ist 50 Jahre alt und leidet unter Haarausfall. Dieser Umstand führt sie eigentlich auch in meine Praxis. Bei der Anamnese zeigt es sich, dass sie recht komplexe soziale und körperliche Probleme hat, die ihr über den Kopf wachsen.

  • Sie haben ein Haus gebaut und die Belastungen werden ihr immer bedrohlicher. Sie sieht müde aus und fühlt sich abgespannt und überfordert, kann sich jedoch nicht entspannen.
  • Alles ist zu viel.
  • Sie weint im Verlaufe der Befragung immer wieder wenn sie Ihre Probleme schildert.
  • Seit geraumer Zeit sind ihr die sexuellen Annäherungen ihres Mannes außerordentlich unangenehm. Berührungen sind teilweise (z.B. im Bereich der Brust ) schmerzhaft. 
  • Sie hat Wallungen, die Regelblutung ist spät und spärlich. Vor der Regel hat sie schreckliche Kopfschmerzen. Sie hat das Gefühl, als ob im Bauch alles nach unten dränge. Die vaginalen Schleimhäute sind trocken. Der Koitus ist schmerzhaft.
  • Ihr ist häufig übel. Besonders morgens vor dem Frühstück. Das Essen bessert dann.
  • Die Leber ist druckempfindlich. Sie kann nicht auf der rechten Seite liegen.
  • Bewegung bessert alle Beschwerden.
  • Sie hat Rückenschmerzen im BWS Bereich und Hüftprobleme auf der linken Seite.

Grundkonzept, linkes Ohr

Angst II, Pancreas, Th.1/2, 1. Rippe, Medulla oblongata, Omega II (Korrespondenzpunkt)

 

Grundkonzept, rechtes Ohr 

Leber (97), Punkte auf der Helixkrempe: Tonsillen und  Rückenmark (Steuerung für das  Segment Leber und Th.5), Schilddrüse, Polster, 
ACTH- Punkt (Korrespondenzpunkt)

2. zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte:

Shen men, Uterus, Omega Hauptpunkt

(zusätzlich denkbar: Ovar,  , Vegetativum I)

2. zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte:

Ovar,  Shen men, Uterus, Vegetativum I, Omega Hauptpunkt

2. Fall  Sterilität

Die Patientin ist Ende 30. Die Frau ist seit 10 Jahre verheiratet und war nie schwanger. Ein Arzt hat ihr Sterilität bescheinigt.

Sie beschreibt sich als mürrisch, gereizt; ruhelos. Sie leidet unter einer ständigen nervösen Erregung und einer zittrige Schwäche am ganzen Körper.

Gegenwärtig leidet sie unter einer akuten HWS-Verspannung mit heftigem Ziehen im
M. sternocleidomastoideus. Der Schmerz zieht den Kopf nach links.

Sie hat häufig Kopfschmerzen mit anfallsartigen, sehr heftigen Schmerzen in den Schläfen, als würden sie zusammengepresst. Sehr häufig bekommt sie das in Verbindung mit der Regel. Da geht es ihr ganz schlecht. Sie klagt dann über Magenkrämpfe und Uterusreizungen vorher und während über hysterische Konvulsionen mit krampfhaftem Erbrechen und extremer Übelkeit.

Die Regel selbst ist unterschiedlich stark, aber immer lange. Sie klagt über ständigen Ausfluss. Sie sagt, sie habe schon als kleines Mädchen unter Fluor gelitten.
Sie leidet unter rheumatischen Schmerzen in Fingern, Knöcheln, Füßen und Zehen, aber auch in den Handgelenken. Sie wandern und verschlimmern sich nachts. Die Finger sind auffallend steif.

Grundkonzept, linkes Ohr

Magen, C 6, 1.Rippe, veg. Rinne, nervale Steuerung

Korrespondenzpunkt: Valium

 

Grundkonzept, rechtes Ohr 

Magen, Leber, Th 3, veg. Rinne, Medulla

1. Korrespondenzpunkt: Nierenparenchym

2. Korrespondenzpunkt: Angst

2. zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte:

Shen men, Uterus, Polster, Ovar, Omega, Halsmuskulatur, C 2

2. zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte:

1.Rippe,Polster, Sonne, Stirn, Omega, Hüfte, Uterus, Ovar, Bordiol

3. Fall  Impotenz

Der Patient ist 56 Jahre alt. Er beschreibt seine mentale Situation als leicht erregbar. Er ist unzufrieden und schnell ärgerlich. Insbesondere belastet ihn sein „Versagen“ in sexueller Hinsicht. Er hat Phasen erhöhten Verlangens, ohne sie realisieren zu können. Sein Penis ist geschrumpft und kalt. Er hat keine oder nur kurze Erektionen, allerdings kommen sie in Phasen erhöhten Verlangens doch auch bei geringsten Anlass und sehr häufig. Falls er es zum Verkehr bringt, hat er einen zu raschen Erguss.

Der Bauch ist voller Luft. Er fühlt sich wie in der angeschwollen. Nahrungsaufnahme führt zu Auftreibung und Völle. Nach den Mahlzeiten leidet er unter extrem starken Ermüdungen. Er kann dann am Schreibtisch einschlafen und hält sich nur mühsam wach. Dafür ist der Nachtschlaf leicht und durch bedrohliche Träume gestört. Außerdem hat er nachts starkes Herzklopfen. Er schläft mit erhöhtem Kopf, sonst bekommt er zuwenig Luft.

Generell spürt er ständig einen beängstigenden Druck in der  Herzgegend. Sein Blutdruck liegt bei 150:108. Der Puls ist niedrig und sinkt mitunter auf 40 Schläge ab.

Er hat häufig heftige Muskelschmerzen in den Oberarmen, insbesondere der rechten Seite. Die Haut ist trocken. Er hat starke Hornhaut an den Füßen.

Grundkonzept, linkes Ohr

Blase, S 1, Blutdruck senkender Punkt, Medulla oblongata (Korrespondenzpunkt), Omega II, Polster

 

Grundkonzept, rechtes Ohr 

Magen (Ausgang), Punkt auf der Helixkrempe: (Steuerung für das  Segment Leber und Th.3), Polster,  ACTH (1. Korrespondenzpunkt),

Nierenparenchym (2. Korrespondenzpunkt , Polster

2. zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte:

1. Rippe, Omega Hauptpunkt, äußere Genitale, Penis, Prostata, Antiagression, Point de Jerome,

Ohrrückseite: Gefäß in der Blutdrucksenkenden Furche bluten lassen

2. zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte:

Omega Hauptpunkt, äußere Genitale, Penis, Prostata, Antiagression, Point de Jerome, Leber I, Leber II, Ohrrückseite: Gefäß in der Blutdrucksenkenden Furche bluten lassen

4. Fall  Schwangerschaft / Hyperemesis (unstillbares Erbrechen)

Das unstillbare Erbrechen der Schwangeren kann schlimme Formen annehmen. Eine junge Patientin, 26 Jahre, im 3. Monat schwanger kommt mit einer solchen Hyperemesis in die Praxis. Sie ist schmal und blass und wirkt sehr anämisch, was offenbar nicht nur auf ihr gegenwärtiges Leiden zurückzuführen ist. Aus der Anamnese wird klar, dass bei ihr eine grundsätzlich nervöse Disposition, eine Schwäche des vegetativen Nervensystems vorliegt. Sie reagiert schnell. So krampfhaft, wie sich das Erbrechen darstellt, so krampfhaft zeigten sich seit ihrer Kindheit auch Anfälle von Bronchitis.

Sie schildert eine beständige Übelkeit und Ekel vor allem. Das Erbrechen bzw. Würgen ist auch da, wenn sie nichts gegessen hat. Es bringt keine Erleichterung. Sie ist erschöpft und reizbar. Nebenbei hat sie Durchfall. Hände und Füße sind feucht und kalt, obwohl sie sich innerlich  heiß fühlt. Jede Bewegung verschlimmert ihren Zustand. Ruhe bessert.

Grundkonzept, linkes Ohr

Blase, S 2, veg. Rinne, nervale Steuerung auf der Helix, Polster

Korrespondenzpunkt: Medulla oblongata

 

Grundkonzept, rechtes Ohr 

Dünndarm, Leber, Th 4, veg. Rinne, nervale Steuerung auf der Helix, Polster

Korrespondenzpunkt: valiumanaloger Punkt

2. zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte:

Magen, Angst 2, Leber I und II, Omega-Hauptpunkt, 1. Rippe

2. zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte:

Leber I und II, Omega-Hauptpunkt, Vegetativum 2, Shen men

5. Fall  Bartholinithis

Die Patientin, 38 Jahre alt, klagt über eine rechtsseitige Entzündung der bartholinischen Drüse. Es handelt sich um einen chronisch rezidivierenden Vorgang. Jetzt hat sie wieder eine akute und schmerzhafte Entzündung.

Weiter klagt sie über eine starke Tagesmüdigkeit, die ihr sehr zusetzt. Zusätzlich hat sie rechtsseitige Visusprobleme, d.h. sie hat rechts ein spürbar eingeschränktes Sichtfeld.

Sie friert schnell und mag alles warm. Das Haar ergraut bereits. Sie hat trockene Haut, viel Hornhaut und klagt über Schuppen.

Nach dem Essen ist sie völlig geschafft. Sie hat dann einen stark angeschwollenen Blähbauch.

Die Menses ist stets zu spät und recht lang. Die Vagina ist trocken.

Sie ist eine sehr zurückhaltende und wie es scheint selbstbewusste Person, der es sichtlich peinlich ist, über die Symptome zu sprechen.

Grundkonzept, linkes Ohr

C 5, veg. Rinne, nervale Steuerung auf der Helix (Medulla oblongata), Polster

Korrespondenzpunkt: Allergie

 

Grundkonzept, rechtes Ohr 

Schilddrüse (endogene Steuerung), C 7, veg. Rinne, nervale Steuerung auf der Helix (Tonsillen), Polster
 

2. zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte:

Leber I und II, Omega-Hauptpunkt, 1. Rippe, Shen men, Vagina

2. zusätzliche Organ- und psychovegetative Punkte:

Leber I und II, Omega 2, Punkt im Schnittpunkt der Korrespondenzlinie mit dem Gefäß (Gefäßverlauf von Urtikaria- Zone über „Schritt“ zum Uterus-Areal), Auge

Zum guten Ende ein Fall, der manchem von ihnen in diesem Kontext vielleicht abwegig vorkommen mag.   Tinnitus

Die Patientin ist eine 56jährige, hagere, sehr sensible Frau, die seit Jahren unter dröhnenden Ohrgeräuschen verbunden mit einer leichten Taubheit leidet.

Bei der Anamnese wird darüber hinaus festgestellt, dass sie Gelenkprobleme (Knacken), Harnverhaltungen,  dabei aber einen ständigen Harndrang hat. Ihr Widerwille gegen Süßigkeiten ist auffallend. Außerdem leidet sie unter einem linksseitigen Ischiassyndrom, das sie häufig überfällt. Und sie hat Warzen besonders an den Händen und im Gesicht, die hart und zackig sind und zum Aufplatzen neigen.

Bei der Irisdiagnose fallen mir Störfelder in den sich gegenüberliegenden Irissegmenten für das Ohr und die Blase auf, was auf die Ursache „Blase/Niere“ hindeutet.

                rechtes Auge                                       linkes Auge

Wenn bei der Irisdiagnose Störfelder in den sich gegenüberliegenden Irissegmenten des rechten Auges bei 50 bis 55 für das Ohr und 20 bis 25 für die Blase und des linken Auges bei 5 bis 10 für das Ohr und 35 bis 40 für die Blase gefunden werden, weist das zunächst auf den Zusammenhang Ohr – Blase hin und sie können Sie davon ausgehen, dass dieser Patient nicht nur ein Ohren- sondern vor allem ein Blase/Nierenproblem hat  und man die Störungen der Niere/Blase beseitigen muss, um den Tinnitus zu heilen.

Auch das Ohr zeigt im Bereich „Blase“ (in der Concha) eine erhebliche Anschwellung, die sich blass gegen das Umfeld abhebt. Bei der Punktsuche im Ohr bestätigt sich ebenfalls, was sich bei der Irisdiagnose gezeigt  hat. Das gestörte Segment und damit der Behandlungsstrahl verlaufen durch den Blasenbereich, die gefundenen Punkte sind: “Blase”, L4/5, “Knie”, “Hypertonie” und “Allergie” und die Korrespondenzlinie verläuft durch den Punkt „inneres Ohr“ auf dem Lobulus. Für die Ohrgeräusche besteht also ein ursächlicher Zusammenhang zu den Störungen im Bereich Nieren/Blase. In einem solchen Fall muss auf diese Causa eingegangen werden. Das Ohr (Innenohr) selbst ist als Erfolgsorgan bei der Behandlung in diesem Fall eher nebensächlich. In erster Linie müssen die Blase gestärkt und der Harnstoffwechsel in Ordnung gebracht werden.

Wie Sie in den meisten Fällen gesehen haben, habe ich immer beide Ohren behandelt. Meist sind die gestörten Segmente im Ohr sowieso unterschiedlich. Aber auch, wenn die gestörten Segmente beidseitig übereinstimmen, behandle ich beide Ohren.

Und noch etwas ist wichtig. Unabhängig von der Krankheitsbezeichung produziert jeder Patient ganz unterschiedliche Abbildungen im Ohr. Und das hat nicht nur etwas mit den unterschiedlichen Ursachen für eine Erkrankung zu tun (siehe Tinnitus, Leber), das ergibt sich auch aus der betrachteten Person und der individuellen Krankheitsentwicklung. Und da jede Behandlung die Prozesse im Körper beeinflusst und verändert ergibt sich bei der nächsten Behandlung auch ein völlig anderes Abbild im Ohr, so dass es sich notwendig macht, den Patienten vor jeder Behandlung neu zu betrachten. Niemals werden Sie das Therapiekonzept der vorigen Behandlung einfach wiederholen können.

 

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Stand:  Samstag, 28. April 2012